Wo ist der Zauber?

Öffentlicher Raum, so unscheinbar, so kaputt, so unvorhersehbar, so vielfältig und wertvoll – das Spektrum ist divers und generiert je nach Standpunkt verschiedene Auslegungen. Die Ausstellung thematisiert den Wert des öffentlichen Raums mit dem Fokus auf Atmosphäre und Wahrnehmung. Zu diesem Zweck mutiert der Galerieraum zur Erweiterung des öffentlichen Raums: Das den Boden bedeckende Laub raschelt und füllt die Luft mit herbstlichem Geruch, Berliner Bänke laden ein, zu verweilen, sich zu unterhalten und zu beobachten. Selbst das charakteristische Licht, welches das Bild der Galerie seit mehr als 25 Jahren prägt, verändert sich im Zusammenspiel mit der bei Dämmerung einsetzenden Straßenbeleuchtung. Auf diese Weise steht der durch das Schaufenster gerahmte Blick hinaus in die herbstliche Realität der Karl-Marx-Allee im Dialog mit der objekthaft atmosphärischen Installation im warmen Galerieraum.

Auf diese Weise wird das, was wir „Zauber” nennen, für die Besuchenden der Ausstellung eindrücklich erlebbar. Atmosphäre, Raum und Gestaltung öffentlicher Freiräume sind in den letzten 15 Jahren zentraler Schwerpunkt der Arbeit von FRL. Unvorhergesehenes, bedingt durch die Aneignung und Nutzung, ist dabei stets Teil der Realität. Klar ist, dass der Begriff „Zauber” für jede/n eine andere Bedeutung besitzt und FRL hier mit den jeweils individuellen Erwartungshaltungen der Besucher:innen spekuliert.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Katalog mit etwa 150 analogen Fotos. Sie reflektieren und veranschaulichen die von uns 40 Kolleg:innen in den letzten drei Jahren gemeinsam im öffentlichen Raum gesammelten Beobachtungen. Die Ausstellung ist für uns eine Momentaufnahme, da wir uns noch lange nicht am Ziel unserer Arbeit wähnen, sondern „halbwegs mittendrin”.

Am 29. Oktober 2026 um 19 Uhr eröffnen wir die Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin und freuen uns darauf, unsere Beobachtungen und Gedanken zum öffentlichen Raum mit den Besuchenden zu teilen. Bis zum 5. Dezember ist die Ausstellung zu sehen. Am 3. Dezember um 19 Uhr laden wir außerdem zu einem gemeinsamen Gespräch mit Gast-Prof. Fanny Brandauer (Universität Kassel), Prof. Katja Benfer (Leibniz Universität Hannover) und Matthias Wermke (Künstler) ein.

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